Ex-geschützte Leuchten auswählen: Zone, Leistung und Montage
Eine ex-geschützte Leuchte ist für Bereiche gebaut, in denen explosionsfähige Gase, Dämpfe oder Stäube auftreten können. Gehäuse, Glas und Kabeleinführungen sind so ausgelegt, dass ein Fehler im Inneren das explosionsfähige Gemisch außen nicht zünden kann. Deshalb wird nicht nur nach Leistung und Lichtfarbe gewählt wie bei einer gewöhnlichen Leuchte.
Zuerst die Zone
Explosionsgefährdete Bereiche werden danach in Zonen eingeteilt, wie häufig eine explosionsfähige Atmosphäre auftritt. Bei Gasen bedeutet Zone 1, dass sie im Normalbetrieb auftreten kann, Zone 2, dass sie nur im Störungsfall und kurzzeitig auftritt; bei Stäuben entsprechen dem Zone 21 und Zone 22. Die Zone eines Bereichs wird im Explosionsschutzdokument des Betriebs festgelegt. Die Kennzeichnung auf dem Leuchtenetikett muss diese Zone abdecken; eine für Zone 2/22 gebaute Leuchte wird nicht in Zone 1/21 eingesetzt.
Leuchtentyp
- Hallenleuchte: für geschlossene hohe Räume wie Lager, Hangars und Produktionshallen.
- Flutlicht: für große Flächen wie Tankstellendächer, Abfüllplätze und offene Tanklager.
- Feuchtraumleuchte (Wannenleuchte): für Gänge, Pumpenräume und enge Technikräume.
- Straßenleuchte: für Werkstraßen und die Umfeldbeleuchtung.
Leistung und Lichtstrom
Das nötige Beleuchtungsniveau hängt von der Tätigkeit ab; Lichtstrom (Lumen) und Montagehöhe werden gemeinsam betrachtet. Mehr Leuchten mittlerer Leistung statt weniger starker Leuchten verringern Schattenzonen.
Lichtfarbe, Schutzart und Gehäuse
Die meisten explosionsgefährdeten Bereiche sind zugleich staubig, feucht oder werden nass gereinigt; deshalb wird auch die Schutzart (IP) der Leuchte geprüft. Im Freien und auf nass gereinigten Böden wird IP65 oder höher bevorzugt. Das Gehäusematerial muss den vorhandenen Chemikalien standhalten; ein Aluminiumgehäuse leitet Wärme gut ab, eine Abdeckung aus Polycarbonat ist schlagfest. Bei der Lichtfarbe zeigt neutralweißes Licht (etwa 4000 K) Farben und Beschriftungen im Arbeitsbereich richtig, während sehr kaltes Licht bei langen Schichten die Augen stärker ermüden kann. Wenn der Bereich im Notfall nicht völlig dunkel werden darf, kommen Modelle mit akkugestütztem Notlichtmodul in Betracht.
Montage und Wartung
Montage und Kabeleinführungen müssen von einer im Explosionsschutz fachkundigen Elektrofachkraft ausgeführt werden. Kabelverschraubungen und Dichtungen werden nach Herstellerangabe verwendet; nach dem Öffnen des Gehäuses ist der korrekte Sitz der Dichtungen zu prüfen. Zur regelmäßigen Wartung gehören die Reinigung des Glases und die Prüfung des Gehäuses auf Schäden.
Hinweis: Diese Seite erklärt, worauf bei der Auswahl zu achten ist; ob eine Leuchte für einen bestimmten Bereich geeignet ist, muss der Betreiber anhand der Zoneneinteilung und der Produktbescheinigung beurteilen.