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Straßenleuchte wählen: Mastabstand und Lichtverteilung

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Zusammenfassung

In der Straßenbeleuchtung ist das Maß eines guten Ergebnisses nicht der hellste, sondern der dunkelste Punkt. Dieser Ratgeber behandelt die Arten der Lichtverteilung und wozu asymmetrische Optiken dienen, das Verhältnis von Masthöhe und Mastabstand, die Schutzklassen IP und IK, die Probleme durch nach oben entweichendes Licht, die Wahl der Lichtfarbe und warum der Zugang für die Wartung schon beim Kauf mitgedacht werden muss.

Straßenleuchte wählen: Mastabstand und Lichtverteilung

Warum bringt eine stärkere Leuchte mit weniger Masten nichts? Die Antwort liegt in der Gleichmäßigkeit.

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Die Straßenbeleuchtung gehört zu den wenigen Anwendungen, bei denen das Ergebnis nicht von einer einzelnen Leuchte abhängt, sondern von dem Muster, das die Leuchten gemeinsam bilden. Eine für sich hervorragende Leuchte ergibt in falscher Höhe und mit falschem Abstand eine schlechte Straßenbeleuchtung. Dieser Ratgeber geht die Kriterien der Reihe nach durch: wie das Licht verteilt wird, das Verhältnis von Masthöhe und Abstand, die Schutzklassen im Außenbereich, das in die Umgebung entweichende Licht, die Lichtfarbe und der Wartungsaufwand über die Lebensdauer der Leuchte.

Das Kriterium ist die Gleichmäßigkeit, nicht die mittlere Beleuchtungsstärke

Damit eine Straße als gut beleuchtet gilt, genügt die mittlere Beleuchtungsstärke allein nicht. Entscheidend ist der Unterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Punkt. Sind die Bereiche unter den Masten sehr hell und die Strecken dazwischen dunkel, fällt der Mittelwert hoch aus, das Ergebnis ist für Fahrende wie für Zufußgehende jedoch schlecht.

Der Grund liegt in der Anpassung des Auges. Beim Wechsel von einer hellen in eine dunkle Zone muss sich das Auge neu anpassen, und während dieses Übergangs wird die dunkle Zone dunkler wahrgenommen, als sie ist. Eine Straße aus abwechselnd hellen und dunklen Bändern ermüdet sichtbar stärker als eine gleichmäßige Straße mit derselben mittleren Beleuchtungsstärke.

Die Frage bei der Beurteilung einer Straßenbeleuchtung lautet deshalb: Wie hell ist der dunkelste Punkt zwischen zwei Masten? Die Entscheidung folgt diesem Punkt, nicht der Helligkeit am Mastfuß.

  • Maßstab der Qualität ist der dunkelste Punkt, nicht der Mittelwert.
  • Helle und dunkle Bänder zwingen das Auge zu ständiger Anpassung.
  • Helligkeit unter dem Mast ist kein Beleg für gute Beleuchtung.
  • Beurteilt wird zu Fuß und bei Fahrgeschwindigkeit getrennt.

Lichtverteilung und asymmetrische Optik

Straßenleuchten verteilen das Licht nicht gleichmäßig in alle Richtungen — und sollen es auch nicht. Eine Leuchte mit symmetrischer Verteilung an einem Mast am Straßenrand schickt einen erheblichen Teil ihres Lichts neben die Straße, auf ein Feld oder in einen Nachbargarten. Dieses Licht ist zugleich verschwendet und eine Quelle von Beschwerden.

Asymmetrische Optiken drücken das Licht zu einer Seite der Leuchte und lenken es auf die Fahrbahn; sie sind der eigentliche Grund, warum sich der Abstand zwischen den Masten vergrößern lässt. Bei solchen Leuchten ist die Montagerichtung kein technisches Detail, sondern die Funktion selbst: Eine falsch herum montierte asymmetrische Leuchte schickt das Licht neben die Straße, und niemand nimmt das als Störung wahr.

Wie schmal die Verteilung sein soll, richtet sich nach der Straßenbreite und der Lage des Mastes. Eine breite Straße aus einer einzigen Mastreihe zu beleuchten verlangt eine breitere Verteilung, während beidseitige oder versetzte Mastanordnungen schmalere begünstigen. Die in der Produktbeschreibung genannte Verteilung ist die erste Angabe dazu, wohin die Leuchte gehört.

  • Asymmetrische Optik drückt das Licht auf die Straße und mindert Streuverluste.
  • Bei falscher Montagerichtung wirkt die Asymmetrie verkehrt — und fällt nicht auf.
  • Die Breite der Verteilung folgt Straßenbreite und Mastanordnung.
  • Symmetrische Verteilung passt zu Plätzen und offenen Flächen.

Verhältnis von Masthöhe und Abstand

Der Abstand zwischen den Masten lässt sich nicht unabhängig von der Masthöhe festlegen. Eine verbreitete Ausgangsannahme ist, den Abstand beim etwa Drei- bis Vierfachen der Masthöhe zu halten. Das ist keine Rechnung, sondern eine Richtungsangabe: Der tatsächliche Wert ergibt sich aus einer lichttechnischen Berechnung anhand der Optik der Leuchte, der Straßenbreite und der angestrebten Gleichmäßigkeit.

Ein höherer Mast deckt eine größere Fläche ab und lässt das Ergebnis mit weniger Masten erreichen; dafür verlangt er eine stärkere Leuchte und erschwert den Zugang für die Wartung. Ein niedrigerer Mast gibt im Fußgängermaßstab weicheres Licht, aber für dieselbe Straße braucht es mehr Masten und die Infrastrukturkosten steigen.

Auch Auslegerlänge und Neigung der Leuchte verändern das Ergebnis. Der Ausleger trägt die Leuchte zur Straßenmitte hin und setzt die Verteilung auf die Fahrbahn. Die Neigung sollte maßvoll bleiben: Eine stärker als nötig nach oben gerichtete Leuchte verringert das auf die Fahrbahn fallende Licht und erhöht das in die Umgebung entweichende.

  • Der Abstand wird als Vielfaches der Masthöhe gedacht; der genaue Wert kommt aus der Berechnung.
  • Höhere Masten verringern ihre Zahl, erschweren aber die Wartung.
  • Der Ausleger trägt die Verteilung auf die Straßenachse.
  • Übermäßige Neigung verringert das auf die Fahrbahn fallende Licht.

Schutz im Außenbereich: IP- und IK-Klassen

Was die Lebensdauer einer Außenleuchte bestimmt, ist meist nicht ihre Leistung, sondern ihre Dichtheit. Der IP-Code nennt den Schutzgrad gegen Staub und Wasser und steht mit zwei Ziffern auf dem Etikett; die erste betrifft feste Körper, die zweite Wasser. Bei Straßenleuchten ist die Dichtheit des Optikraums so wichtig wie die des Betriebsgeräteraums.

Dichtungen altern. Selbst wenn eine Leuchte am ersten Tag den Schutz ihres Etiketts erbringt, geht dieser verloren, sobald sie zur Wartung geöffnet und falsch geschlossen wird oder die Dichtung verhärtet. In einem Optikraum, in den Wasser eindringt, sieht man zuerst Beschlag am Glas, dann Lichtverlust und schließlich einen Elektronikausfall.

Der IK-Code nennt die Schlagfestigkeit und gewinnt bei niedriger Montage und an öffentlich zugänglichen Stellen an Bedeutung. In Bereichen mit Anstoßrisiko — Gehwege, Parks, Schulumfeld — ist der IK-Wert ein ebenso entscheidendes Kriterium wie der IP-Wert.

Küsten- und Industriegebiete sind ein eigenes Thema: salz- und chemikalienhaltige Luft erzeugt Korrosion an Gehäuse und Befestigungsteilen. Dort werden Gehäusematerial und Oberflächenbehandlung mit derselben Sorgfalt gewählt wie die Schutzklasse.

  • Der IP-Code nennt Staub- und Wasserschutz, der IK-Code die Schlagfestigkeit.
  • Eine nach der Wartung falsch geschlossene Leuchte verliert den Schutz ihres Etiketts.
  • Beschlag am Glas ist das erste Zeichen einer gestörten Dichtheit.
  • In Küsten- und Industriegebieten wird das Gehäusematerial gesondert bewertet.

Lichtverschmutzung und nach oben entweichendes Licht

Der Anteil des Lichts einer Straßenleuchte, der über die Horizontale geht, nützt nichts: Er beleuchtet die Straße nicht, streut in den Himmel und trägt zum Leuchten des Nachthimmels bei. Licht, das unterhalb der Horizontalen bleibt, aber die Straße verlässt, erzeugt ein handfesteres Problem; Licht, das in Wohnungsfenster fällt, ist die Hauptquelle von Beschwerden.

Streuverluste verringert man mit Optiken, die das Licht auf die Straße lenken, mit flachglasigen Leuchten und mit maßvoller Neigung. Wo nötig, schneiden an der Leuchte angebrachte Abschirmteile das Licht in eine bestimmte Richtung ab. Ob solche Teile zum Produkt passen, wird beim Kauf gefragt.

Dabei geht es nicht nur um Nachbarschaft. Für die Begrenzung des nach oben gerichteten Lichts in der Außenbeleuchtung gibt es Regelwerke und Normen, deren Einhaltung in öffentlichen Projekten verlangt wird. Hier ist nur beschrieben, was diese Regelwerke fordern; ob eine bestimmte Leuchte die Anforderung eines konkreten Projekts erfüllt, entscheidet die Seite, die das Projekt erstellt und prüft.

  • Licht über der Horizontalen ist verlorenes Licht, das die Straße nicht erreicht.
  • Licht in Wohnungsfenstern ist der häufigste Beschwerdegrund.
  • Die Kompatibilität von Abschirmteilen wird beim Kauf erfragt.
  • Die Entscheidung über die Regelkonformität liegt bei der prüfenden Seite.

Lichtfarbe und Wartungsaufwand

Die Wahl der Lichtfarbe im Außenbereich ist eine Abwägung. Neutralweiß um 4000 K zeigt Details und Farben auf der Fahrbahn deutlicher. Wärmere Töne um 3000 K werden in Wohngebieten als weniger störend empfunden und sind hinsichtlich des in den Himmel streuenden Blauanteils zurückhaltender.

In der Praxis werden auf Hauptstraßen neutralere, in Wohnstraßen und Parks wärmere Töne bevorzugt. Auch dass die Lichtfarbe entlang derselben Straße nicht wechselt, ist wichtig: Zwei verschiedene Töne nebeneinander fallen stärker auf als die Beleuchtung selbst.

Die Wartung ist ein Kostenpunkt, der beim Kauf mitzudenken ist. Die optische Fläche verschmutzt mit der Zeit, und eine verschmutzte Optik verliert Licht, ohne auszufallen. Ein in einem eigenen Fach untergebrachtes, austauschbares Betriebsgerät verhindert, dass ein einzelner Defekt die ganze Leuchte kostet. Auch die Art des Zugangs zählt: An einem hohen Mast erfordert jeder Eingriff ein Fahrzeug und eine Verkehrssicherung.

  • Auf Hauptstraßen neutrale, in Wohngebieten wärmere Töne sind verbreitet.
  • Entlang derselben Straße wird die Lichtfarbe nicht gewechselt.
  • Eine verschmutzte Optik verliert Licht, ohne einen Fehler zu melden.
  • Ein austauschbares Betriebsgerät senkt die langfristigen Kosten.

Ausgangswahl nach Flächentyp

FlächeTypische MasthöheLichtverteilungWichtigstes Kriterium
Gehweg und Parketwa 4–6 mBreit, asymmetrischBlendung in Augenhöhe vermeiden
Straße in einer Wohnanlageetwa 5–7 mAsymmetrischLicht in Wohnungsfenstern
Nebenstraßeetwa 6–8 mAsymmetrisch, mittlere BreiteMastabstand und Gleichmäßigkeit
Hauptstraßeetwa 8–12 mSchmal und asymmetrischGleichmäßigkeit auf der Fahrbahn
Parkplatz und Freiflächeetwa 6–10 mBreit oder FluterKeine dunklen Flecken auf der Fläche

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Häufig gestellte Fragen

Wie wird der Abstand zwischen den Masten bestimmt?

Als Ausgangsannahme ist es verbreitet, den Abstand beim etwa Drei- bis Vierfachen der Masthöhe zu halten, doch das ist nur eine Richtungsangabe. Der tatsächliche Wert ergibt sich aus einer lichttechnischen Berechnung anhand der Lichtverteilung der Leuchte, der Straßenbreite, des Abstands des Mastes vom Fahrbahnrand und der angestrebten Gleichmäßigkeit. Zwei verschiedene Leuchten gleicher Höhe erlauben wegen unterschiedlicher Optik unterschiedliche Abstände; deshalb wird die Entfernung nicht festgelegt, bevor die Leuchte gewählt ist.

Kann ich eine stärkere Leuchte kaufen und Masten einsparen?

Mehr Leistung erhöht die Beleuchtungsstärke unter dem Mast, verbessert aber den dunkelsten Punkt zwischen zwei Masten nicht im selben Maß. Das Ergebnis ist eine Beleuchtung mit hohem Mittelwert, die bandweise schwankt und das Auge ermüdet. Zudem erzeugt die übermäßige Helligkeit unter dem Mast Blendung. Der richtige Weg, Masten einzusparen, ist nicht mehr Leistung, sondern eine Optik, die das Licht effizienter auf die Straße verteilt.

Welcher IP-Wert wird bei einer Straßenleuchte gebraucht?

Von einer im Freien eingesetzten Leuchte wird Schutz gegen Staub und Wasser erwartet; der nötige Wert richtet sich nach den Bedingungen am Montageort und steht auf dem Produktetikett. Ebenso entscheidend wie der Wert ist die Qualität der Montage: Eine Leuchte mit falsch sitzender Dichtung oder unsauber abgedichteter Kabeleinführung erbringt ihren Schutz nicht, was auch immer auf dem Etikett steht. Das Schließen nach der Wartung verlangt dieselbe Sorgfalt.

Ergibt eine höhere Lichtfarbe eine bessere Sicht?

Weißeres Licht kann Details und Farben auf der Fahrbahn deutlicher erkennbar machen; deshalb sind auf Hauptstraßen neutrale Töne verbreitet. Dasselbe Licht wird in Wohngebieten jedoch als störender empfunden und ist hinsichtlich des in den Himmel streuenden Blauanteils umstrittener. Die Wahl folgt der Nutzung der Fläche; einen unter allen Bedingungen richtigen Einzelwert gibt es nicht.

Das Licht der Leuchte fällt ins Nachbarfenster — was tun?

Zuerst ist die Neigung der Leuchte zu prüfen: Eine nach oben gerichtete Leuchte trägt Licht neben die Straße. Der zweite Schritt ist, das Licht in diese Richtung mit einem zum Produkt passenden Abschirmteil abzuschneiden. Reicht das nicht, werden der Verteilungstyp der Leuchte oder die Lage des Mastes überprüft; eine Leuchte mit symmetrischer Verteilung an einem Mast am Straßenrand gibt zwangsläufig Licht in die Umgebung ab, und der Tausch gegen ein asymmetrisches Modell schafft dauerhaft Abhilfe.

Wie oft sollte eine Straßenleuchte gewartet werden?

Die Häufigkeit richtet sich nach dem Verschmutzungsgrad des Gebiets und der Montagehöhe; wo Straßenstaub und Abgase stark sind, verschmutzt die optische Fläche schneller. Da Verschmutzung keinen Fehler erzeugt, fällt sie nicht auf und mindert das Licht still. Eine Sichtkontrolle einmal im Jahr und bei Bedarf eine Reinigung der Optik holen den größten Teil des Lichtverlusts zurück. Die Feuchtigkeitsprüfung von Betriebsgerät und Anschlusspunkten erfolgt beim selben Besuch.

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