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Notausgangsleuchten und Rettungszeichen: praktischer Ratgeber

~7 Min. Lesezeit5. September 2026Aktualisiert: 26. Oktober 2026298 Aufrufe

Zusammenfassung

Eine Notausgangsleuchte ist ein Sicherheitsprodukt, das bei Netzausfall aus eigener Batterie leuchtet und den Fluchtweg zeigt. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen Dauer- und Bereitschaftsschaltung, die Batteriedauer, die Erkennungsweite des Piktogramms, die Grundsätze der Anordnung und den Ablauf der wiederkehrenden Prüfung.

Notausgangsleuchten und Rettungszeichen: praktischer Ratgeber

Dauer- oder Bereitschaftsschaltung? Wie viele Minuten hält die Batterie, aus welcher Entfernung ist das Zeichen lesbar, und wie wird geprüft?

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Eine Notausgangsleuchte ist ein Produkt, das nach dem Kauf an den meisten Tagen nichts tut — und genau deshalb am leichtesten vernachlässigt wird. In einem Flur, den ein Stromausfall dunkel gelassen hat, ist sie das Einzige, was Menschen den Ausgang finden lässt. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Leuchte arbeitet, welche technischen Werte wirklich etwas bedeuten, wohin sie gehört und wie man sicher ist, dass sie noch funktioniert. Anforderungen an Errichtung und Prüfung richten sich nach den am Standort des Gebäudes geltenden Brandschutzvorschriften; hier wird dargestellt, was solche Vorschriften verlangen — eine Konformität wird für kein Produkt behauptet.

Wie sie arbeitet: Laden, Ausfall, automatische Umschaltung

In der Leuchte sitzen eine Batterie, eine Ladeschaltung und eine Überwachungsschaltung. Solange Netz anliegt, wird die Leuchte aus dem Netz gespeist und hält die Batterie dauerhaft geladen. Fällt das Netz aus, erkennt die Überwachungsschaltung das, und die Versorgung geht selbsttätig auf die Batterie über — die Umschaltung ist zu kurz, als dass ein menschliches Auge sie bemerken könnte.

Dieses Verhalten hat eine wichtige Folge: Die Schutzeinrichtung der Leuchte muss auf demselben Stromkreis liegen wie die überwachte Beleuchtung. Löst der Beleuchtungsstromkreis aus, während die Leuchte weiter aus einem anderen Kreis gespeist wird, bleibt der Raum dunkel, die Leuchte wertet das aber als „kein Ausfall" und geht nicht auf Batterie.

Die Ladezeit steht auf dem Produktetikett und liegt typischerweise in der Größenordnung von vierundzwanzig Stunden. Eine Prüfung an einer neu errichteten Leuchte vor Abschluss der ersten Ladung zeigt nicht die wirkliche Dauer der Batterie.

  • Die Leuchte muss aus der VERSORGUNG des überwachten Beleuchtungsstromkreises gespeist werden.
  • Die Umschaltung erfolgt selbsttätig; ein Eingriff von Hand ist nicht nötig.
  • Die erste Prüfung erfolgt nach abgeschlossener Volladung.

Der Unterschied zwischen Dauer- und Bereitschaftsschaltung

Eine Leuchte in Bereitschaftsschaltung leuchtet nur beim Ausfall; bei anliegendem Netz ist sie dunkel, und eine kleine Anzeigelampe meldet den Ladezustand. In Lagern, Technikräumen und tagsüber genutzten Bereichen ist sie die übliche Wahl, und ihr Energieverbrauch ist gering.

Eine Leuchte in Dauerschaltung leuchtet sowohl bei anliegendem Netz als auch beim Ausfall. In Kinosälen, Versammlungsräumen und Hotelfluren — wo das Licht absichtlich gedimmt wird oder Orientierung jederzeit nötig ist — muss das Rettungszeichen ständig sichtbar bleiben.

Rettungszeichenleuchten, also gerichtete Zeichen, werden meist in Dauerschaltung betrieben: Pfeil und Menschfigur lesen den Fluchtweg auch ohne Ausfall aus. Notleuchten, die nur beleuchten sollen, können in Bereitschaftsschaltung ausgeführt werden.

  • Bereitschaft: leuchtet beim Ausfall — Lager, Technikbereich, tagsüber genutzte Räume.
  • Dauer: leuchtet immer — Saal, Flur, Bereiche mit gedimmtem Licht.
  • Gerichtete Rettungszeichen werden in der Regel in Dauerschaltung errichtet.

Batteriedauer und Lichtstärke

Die Batteriedauer auf dem Etikett sagt, wie viele Minuten die Leuchte nach dem Ausfall Licht gibt. Diese Dauer folgt aus dem Räumungsszenario des Gebäudes: Ein kleiner Betrieb und ein mehrgeschossiges Gebäude brauchen nicht dasselbe.

Der zweite Wert, der die Dauer bestimmt, ist die Lichtstärke. Dieselbe Batterie speist eine heller leuchtende Leuchte kürzer. „Eine stärkere Leuchte ist besser" ist deshalb kein taugliches Kriterium; tauglich ist, das erforderliche Beleuchtungsniveau über die erforderliche Zeit zu liefern.

Die Batteriekapazität sinkt mit der Zeit. Die Dauer auf dem Etikett einer neuen Leuchte ist derselben Leuchte drei Jahre später vielleicht nicht mehr zu entnehmen. Dieser Rückgang ist lautlos: Die Leuchte leuchtet beim Ausfall, aber kürzer als vorgesehen. Die wiederkehrende Prüfung ist das einzige Verfahren, das ihn sichtbar macht.

  • Die Dauer folgt aus dem Räumungsszenario des Gebäudes.
  • Eine hellere Leuchte brennt mit derselben Batterie kürzer.
  • Die Batteriekapazität sinkt über die Jahre und zeigt das nicht an.

Anordnung und Erkennbarkeit des Piktogramms

Der Grundsatz ist einfach: Von jedem Punkt des Fluchtwegs muss mindestens ein Rettungszeichen sichtbar sein. Zeichen kommen über Türen, an Flurecken mit Richtungswechsel, auf Treppenpodeste und an Geschossausgänge. Wer um eine Ecke biegt und kein Zeichen sieht, verliert die Orientierung.

Die Erkennungsweite eines Piktogramms hängt unmittelbar von der Höhe des Zeichens ab: Je größer das Zeichen, desto weiter ist es lesbar. Die in Produktbeschreibungen angegebene Erkennungsweite sagt, aus welcher Entfernung das Zeichen zu erkennen ist, und bestimmt damit die Zahl der Zeichen für die Länge eines Flurs.

Treppen und Niveauwechsel werden gesondert beleuchtet. Die häufigsten Unfälle bei einer Räumung entstehen an Stufen, die im Dunkeln nicht zu sehen sind. Auch Eingriffsstellen wie Wandhydrant, Handfeuermelder und Erste-Hilfe-Stelle sollen beim Ausfall sichtbar sein.

Die Montagehöhe berücksichtigt auch das Verhalten von Rauch: Rauch füllt den Raum von der Decke nach unten, und ein sehr deckennahes Zeichen verschwindet früh. Gerichtete Zeichen werden deshalb meist auf Türsturzhöhe angeordnet.

  • Von jedem Punkt des Fluchtwegs muss ein Zeichen sichtbar sein.
  • Die Zahl der Zeichen wird aus der Erkennungsweite des Produkts errechnet.
  • Treppen, Niveauunterschiede und Eingriffsstellen werden gesondert beleuchtet.
  • Ein deckenbündiges Zeichen geht im Rauch früh verloren.

Wiederkehrende Prüfung: woher wissen Sie, dass sie funktioniert?

Ob eine Sicherheitsbeleuchtung arbeitet, weiß man nur durch Ausprobieren. Die kurze Funktionsprüfung erfolgt durch Trennen der Versorgung: Die Leuchte muss leuchten und die Anzeige sich richtig verhalten. Diese Prüfung ist verhältnismäßig häufig, kurz und einfach.

Die Dauerprüfung misst, ob die Leuchte die auf dem Etikett genannte Zeit durchhält, und entlädt die Batterie vollständig. Danach muss die Batterie wieder voll geladen werden; zwischen zwei aufeinanderfolgenden Dauerprüfungen ist ausreichend Ladezeit zu lassen.

Prüfungen werden aufgezeichnet. Eine Prüfung ohne Aufzeichnung gilt aus Sicht der Kontrolle als nicht durchgeführt, und — wichtiger noch — niemand bemerkt den Rückgang der Batteriekapazität. Ein einfaches Buch mit Datum, Prüfart und Ergebnis genügt dafür.

Leuchten mit Selbstprüfung führen diesen Zyklus selbst aus und melden das Ergebnis über die Farbe einer Anzeige. In Gebäuden mit vielen Leuchten wächst der Aufwand für Prüfungen von Hand schnell, und diese Funktion spart Zeit — sie hebt aber die Notwendigkeit nicht auf, die Anzeigen regelmäßig MIT DEM AUGE zu kontrollieren.

  • Kurze Funktionsprüfung: Versorgung trennen, die Leuchte muss leuchten.
  • Dauerprüfung: gemessen wird das Leuchten über die Zeit auf dem Etikett.
  • Jede Prüfung wird mit Datum und Ergebnis aufgezeichnet.
  • Auch Anzeigen der Selbstprüfung werden regelmäßig mit dem Auge kontrolliert.

Dauer- und Bereitschaftsschaltung im Vergleich

EigenschaftBereitschaftsschaltungDauerschaltung
Bei anliegendem NetzDunkel — nur die Anzeige leuchtetLeuchtet
Beim AusfallLeuchtet aus der BatterieLeuchtet aus der Batterie weiter
Typischer EinsatzLager, Technikraum, tagsüber genutzter BereichSaal, Flur, Bereich mit gedimmtem Licht
EnergieverbrauchGeringEs besteht dauernder Verbrauch
RettungszeichenBeim Ausfall lesbarJederzeit lesbar

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange muss eine Notausgangsleuchte leuchten?

Die erforderliche Dauer folgt aus Nutzung, Geschosszahl und Räumungsszenario des Gebäudes; eine einzige Zahl gilt nicht für alle Bauten. Die Dauer auf dem Produktetikett ist das, was die Leuchte vollgeladen und neu leisten kann. Welche Dauer Ihr Gebäude braucht, legen das planende Fachteam oder die zuständige Prüfstelle nach den am Standort geltenden Vorschriften fest.

Wann wird die Batterie gewechselt?

Erreicht die Leuchte in der Dauerprüfung die auf dem Etikett genannte Zeit nicht, hat die Batterie ihre Lebensdauer erreicht. Eine Anzeige, die dauerhaft einen Fehler meldet, weist auf dasselbe hin. Lässt sich die Batterie wechseln, ohne die ganze Leuchte zu tauschen, sind die Kosten gering; ob die Batterie wechselbar ist, gehört deshalb zu den Punkten, auf die beim Kauf zu achten ist.

Sind Rettungszeichenleuchte und Sicherheitsleuchte dasselbe?

Nein. Die Rettungszeichenleuchte zeigt mit Pfeil und Figur die RICHTUNG zum Ausgang; die Sicherheitsleuchte BELEUCHTET den Fluchtweg. In einem Gebäude braucht es meist beides: Das Zeichen sagt, wohin, das Licht lässt auf dem Weg dorthin sehen. Manche Produkte vereinen beide Funktionen in einem Gehäuse.

Darf ich die Leuchte an einen vom Beleuchtungsstromkreis getrennten Kreis anschließen?

Ein getrennter Kreis verhindert, dass die Leuchte den Ausfall des zu überwachenden Kreises überhaupt sieht. Fällt der Beleuchtungsstromkreis aus und bleibt der Raum dunkel, findet die Leuchte auf ihrem eigenen Kreis weiter Spannung, geht nicht auf Batterie und leuchtet nie. Deshalb wird die Leuchte aus dem Beleuchtungsstromkreis des Bereichs gespeist, den sie versorgt.

Worauf schaut man zuerst, wenn die Leuchte beim Ausfall nicht leuchtet?

Zuerst auf die Anzeigelampe: Ist sie dunkel, lädt die Leuchte nicht, und Versorgungsleitung und Schutzeinrichtung werden geprüft. Leuchtet die Anzeige, arbeitet die Leuchte beim Ausfall aber nicht, hat die Batterie höchstwahrscheinlich ihre Lebensdauer erreicht. Bei einer neu errichteten Leuchte ist eine nicht abgeschlossene erste Ladung der häufigste Grund.

Schadet eine Prüfung, die die Batterie vollständig entlädt, der Leuchte?

Eine Dauerprüfung in den vom Hersteller vorgesehenen Abständen ist Teil der Auslegung der Leuchte und schadet nicht. Schädlich ist, Prüfungen zu häufig zu wiederholen und der Batterie keine Gelegenheit zur Volladung zu lassen. Zwischen zwei Dauerprüfungen ist die auf dem Etikett genannte Ladezeit abzuwarten.

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